Geschichte

Endlos Daten auswendig lernen, Geschichte über glorreiche Helden vergangener Zeiten rezitieren, kritiklos die Herrscher der Gegenwart rühmen – so sah der Geschichtsunterricht vor noch gar nicht so langer Zeit in Deutschland aus. Die Ideologien der jeweiligen Epochen prägten ihn und natürlich auch die Geschichtsbücher – oder sie wurden vor lauter Schreck einfach ausgelassen: Noch in den Fünziger Jahren wurde an nicht wenigen Schulen in Deutschland die deutsche Geschichte nur bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs vermittelt.
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Natürlich werden nach wie vor noch Daten gelernt – gehören doch 1492, 333 oder auch 1871 schlicht zum Allgemeinwissen. Doch – und das ist der große Unterschied – gilt neben der Vermittlung des gesicherten historischen Wissens das Prinzip der Perspektivenvielfalt. Dabei dienen Leitfragen als Basis des Unterrichts: War das Mittelalter wirklich so finster, wie uns Umberto Eco in seinem Roman „Der Name der Rose“ glauben machen will? Was dachten die Eingeborenen, als auf einmal große Schiffe aus der Ferne auftauchten, mit einem Mann namens Kolumbus an Bord, der sie dann ohne verständlichen Grund „Indianer“ nannte? Wie ist es zu beurteilen, dass die Inka, eine zivilisierte Kultur mit fester Gesellschaftsstruktur und erstaunlichen Bauten – einfach zerstört wurden vom Eroberer aus Europa, zur Kolonie degradiert, seine Bewohner zu Zuckerrohrarbeitern verdammt?
Nicht mehr nur die Sicht der Herrschenden, sondern die Sicht aller Beteiligten wird durch Karten, Bilder, Quellen und Erzähltexte thematisiert. Die Vermittlung und das Training von Methoden ist dabei essentiell: Grafiken lesen, einen Baustil erkennen, Karikaturen entschlüsseln, politische Lieder und Denkmäler verstehen, Industriephotos analysieren oder die Symbolik der Nationalflaggen verstehen -
so werden die Schüler befähigt, selbst Geschehnisse zu überdenken und zu beurteilen – ohne ein vorgefasste Meinung zu übernehmen - eine wesentliche Voraussetzung für die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen zur mündigen Partizipation an der politischen Willensbildung und zur Mitgestaltung der Gesellschaft und ihrer Wandlungsprozesse.

 

Evangelischer Religionsunterricht

In unserer multikulturellen, globalen Informationsgesellschaft benötigen Heranwachsende Fähigkeiten, sich in dieser Vielfalt zurecht zu finden, eigene Standpunkte zu entwickeln, religiöse Phänomene zu verstehen und Werte des Zusammenlebens zu entfalten. Der evangelische Religionsunterricht ist gemäß unseres Profils und dieses Anliegens in allen Jahrgangsstufen verbindlich.
Zum einen ist es wichtig, sich intensiv mit der jüdisch-christlichen Tradition, der Bibel, und unterschiedlichen theologischen Ansätzen zu beschäftigen, um die kulturelle und religiöse Entwicklung Europas zu verstehen, z.B. Architektur, Symbole, Literatur usw. Dies geschieht auf problemorientierte und wissenschaftspropädeutische Weise. Daneben werden Weltsichten anderer Religionen und Weltanschauungen vermittelt, damit die Schülerinnen und Schüler Achtung, Toleranz und Dialogfähigkeit gegenüber Fremden entwickeln.
Dabei resultiert die ökumenische Öffnung aus dem gemeinsamen Lernen und Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern verschiedener Konfessionen, Religionen und anderen Weltanschauungen sowie den Begegnungen mit Vertretern dieser Gruppierungen im Unterricht oder Exkursionen.
Das Verhältnis von religiösen Werten zu anderen Bereichen des Lebens soll erfahrbar und erlebbar gemacht werden, indem die Schülerinnen und Schüler symboldidaktisch, handlungsorientiert, fächerübergreifend und in Projekten arbeiten. Gleichzeitig wird diakonisches Handeln erlebt und reflektiert. Praktika im diakonisch-sozialen Bereich sind ebenfalls geplant und schulen die Kompetenz zur Empathie.
Außerdem bietet der Religionsunterricht Raum für ethische Auseinandersetzungen und Persönlichkeitsentfaltung. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Fragen zu stellen und eigene Antworten zu finden, die sie mit anderen diskutieren, um ihren Sinn des Lebens zu entdecken.
Ein weiterer Baustein des Religionsunterrichts stellt die inhaltliche Vorbereitung der Gottesdienste dar.
B. Steinbach

Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten, - Sprüche 2, 10-11

 

Geografie

GeografiexDas Fach Geographie bietet den Schüler*innen ein besonderes Entwicklungspotenzial, denn im Geographieunterricht eröffnen sich den Lernenden vielfältige Gelegenheiten, eine komplexer werdende, sich ständig verändernde Welt besser zu verstehen und sich in ihr zu orientieren, um verantwortungsbewusst Entscheidungen zu treffen sowie nach diesen nachhaltig handeln zu können. Das Fach Geographie fördert die Kompetenzen des vernetzten Denkens, Planens, Organisierens und selbstständigen Handelns seitens der Schüler*innen. Dies geschieht vor allem unter besonderer Berücksichtigung neuer Kommunikationsmöglichkeiten und Verwendung moderner Medien. Die Lernenden betrachten Strukturen, Funktionen und Prozesse, die sich sowohl auf natürliche als auch auf soziale Phänomene beziehen können, aus einer geographischen Perspektive. Dabei werden die Inhalte des Unterrichts sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene betrachtet, um den Blick der Schüler*innen zu erweitern. Das Unterrichtsfach ermöglicht es, die Wechselwirkungen menschlichen Handelns und der Umwelt auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und mit verschiedenen Methoden zu untersuchen. So lernen die Schüler*innen diverse Fallbeispiele anhand geographischer Materialien zu analysieren sowie Auswirkungen multiperspektivisch zu beurteilen. Die großen Herausforderungen unserer Zeit - Globalisierung und Regionalisierung, Ökonomie und Ökologie, Bevölkerungsentwicklung und Verstädterung, Ressourcen und Energie, regionale und globale Disparitäten sowie Klimawandel und Klimaschutz – werden im Rahmen des Unterrichts behandelt. Die Orientierung an diesen Herausforderungen ermöglicht es, Geographieunterricht aktuell und lebensweltnah zu gestalten.


So ergeben sich für die einzelnen Jahrgangsstufen folgende Themenbereiche:
Klasse 7/8
-    Leben in Risikoräumen
-    Migration und Bevölkerung
-    Vielfalt der Erde
-    Armut und Reichtum
Klasse 9/10
-    Umgang mit Ressourcen
-    Klimawandel und Klimaschutz
-    Wirtschaftliche Verflechtungen und Globalisierung
-    Europa in der Welt
Oberstufe
-    Siedlungsentwicklung und Raumplanung
-    Europa-Raumstrukturen im Wandel
-    Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer im Wandel“
-    Ausgewählte Weltwirtschaftsregionen im Wandel


Im Fach Geografie kommt dem exemplarischen Lernen eine große Bedeutung zu. Anhand geeigneter Exkursionen soll ein besseres Verständnis für das Gelernte im Unterricht entwickelt werden. So besuchen unsere Schüler*innen des 7. Jahrgangs beispielsweise das Naturkundemuseum in Berlin, um einen Einblick in die Erdgeschichte und in die Entstehung von Naturkatastrophen wie Vulkanismus und Erdbeben zu bekommen. Schüler*innen des Schwerpunktkurses Geographie 10 vertiefen ihre Kenntnisse rund um den Klimawandel und die Klimaforschung im Geoforschungsinstitut Potsdam. Oberstufenschüler*innen beleuchten die Stadtentwicklung in Berlin am Beispiel des Hansaviertels.
Auch der fächerübergreifende Unterricht spielt in Geographie eine große Rolle. Aktuelle Themen wie „Flucht und Migration“ werden momentan in der 7. Klasse auf Grundlage eines Buches in den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion und Geographie aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht.

 

Politische Bildung

Das Verständnis und die Beurteilung politischer und gesellschaftlicher Fragen stellt in der modernen, globalisierten und schnelllebigen Zeit, in der wir leben, eine besondere Herausforderung dar. Teile der Bevölkerung fühlen sich von Politik nicht angemessen vertreten. Konsequenzen sind Politik- und Politikerverdrossenheit, geringe Wahlbeteiligungen oder Protestwahl radikaler Kräfte, kurzum ein Gefühl, dass Politik einen nichts angeht oder man ohnehin nichts beeinflussen kann.

In einer solchen Zeit kommt politischer Bildung eine besondere Bedeutung zu. Der Unterricht in diesem Fach soll den Schüler*innen helfen, zu mündigen Bürgern zu werden, die über drei Kernkompetenzen verfügen:

  • die Fähigkeit politische Probleme und Streitfragen zu erschließen und dabei verschiedene Argumente und unterschiedliche Positionen zu erfassen
  • die Fähigkeit auf Basis des vorherigen Schrittes ein eigenständiges und begründetes Urteil zu bilden
  • die Fähigkeit die so erlangte Position durch partizipatives Handeln im Rahmen der demokratischen Ordnung zu vertreten und so die pluralistische Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Das Fach Politische Bildung wird an unserer Schule ab Klasse 9 unterrichtet und kann bis zum Abitur fortgeführt werden. Kernthemen in den unterschiedlichen Jahrgängen sind:

  • Grundlagen der Demokratie sowie politisches System in der BRD
  • Internationale Konflikte sowie Möglichkeiten internationaler Friedenssicherung
  • Wirtschaftliche Grundlagen, insbesondere soziale Marktwirtschaft in Deutschland
  • Europa in der Welt mit dem Fokus Europäische Union
  • Gesellschaft und Sozialstruktur

Darüber hinaus sehen wir es als Aufgabe des Unterrichts im Fach Politische Bildung, regelmäßig aktuelle Ereignisse aufzugreifen und mit den Schüler*innen zu bearbeiten. Das demokratische Prinzip wird im Unterricht auch durch den Einsatz kooperativer Lernformen trainiert. Ergänzt wird der Unterricht durch regelmäßige Fachexkursionen, u.a. zu den Institutionen des Bundes in Berlin.

Die Ausbildung der politischen Partizipationsfähigkeit unterstützen wir unter anderem durch die Teilnahme am Projekt Juniorwahl, einer simulierten Wahl zu den offiziellen Wahlterminen in Brandenburg. Außerdem veranstalten wir im Jahrgang 9 einen Debattierwettbewerb, bei dem Schüler*innen zu aktuellen politischen Fragen argumentativ gegeneinander antreten.